aber...eigentlich...irgendwie

Da saß er nun also,….Herr P. aus S…..desillusioniert und bar jeder Hoffnung.

Den ganzen Tag war er nun schlecht gelaunt gewesen, ohne so recht zu wissen warum.
Darum gönnte er sich ausnahmsweise eine Pause im nahe gelegenen Park.
 
Er hatte das Gefühl als würde sich die Erde unter ihm aufreißen und ihn hinweg ziehen, in ein tiefes schwarzes Loch.
 
Dabei hatte er doch immer versucht, alles richtig zu machen:
 
Eine solide Berufsausbildung als Bankkaufmann,.…..auch wenn es ihm irgendwie nie so richtig Spaß gemacht hat,….aber  immerhin eine angesehene Stellung in der Gesellschaft einbrachte, mit der er eigentlich ganz zufrieden war.
 
Eine hübsche Frau mit der er sich sehen lassen konnte,…auch wenn die Leidenschaft dabei irgendwie etwas kurz gekommen war….eigentlich  mochte er stark gebaute Frauen……aber immerhin, seine Kumpels hatten ihn um sie beneidet.
 
Ein Haus hatte er gebaut im attraktivsten Neubaugebiet seiner Umgebung……eigentlich  hatte er immer davon geträumt, ein altes Fachwerk-Haus zu kaufen und nach seinen Vorstellungen zu renovieren und restaurieren……aber  irgendwie  blieb es nur ein Traum.
 
Eine Familie hat er gegründet…..zwei tolle Kinder…aber…….
 
Derart vertieft in seinen Gedankenfluss fiel Herrn P. plötzlich auf, wie sich darin ständig die Wörter „aber“, „irgendwie“ und „eigentlich“  wiederholten. Ganz selbstverständlich und unwillkürlich tauchten sie immer wieder auf.
 
Herr P. stellte selbstkritisch fest, dass diese Worte im Lauf der Jahre zu einem festen Bestandteil seiner alltäglichen Gedanken geworden waren.
 
Intuitiv hatte er das Gefühl, dass es ihm aus seiner….mittlerweile schon fast chronisch gewordenen…….schlechten Laune heraus helfen könnte, wenn er der Bedeutung dieser Worte auf den Grund gehen könnte.
 
Aber es blieb bei dem Gefühl. Keine in Worte zu fassenden Gedanken folgten darauf.
 
Gewohnheitsgemäß beschäftigte sich Herr P. daraufhin wieder mit seinen eigentlichen Problemen: Wie spät ist es?.......Was muss ich heute noch alles erledigen ?.....Hat meine Frau heute wieder so viel Geld beim Shoppen ausgegeben wie bei ihrem letzten Einkaufstripp?
 
Eigentlich wäre Herr P. gerne noch auf der Parkbank sitzen geblieben, auf der  er sich gerade befand und wo ihm die Sonne so angenehm die Haut wärmte während die Enten gemächlich über den See schwammen und die Blumen so schön bunt und freundlich die friedliche Stimmung unterstrichen.
 
 Aber die Zeit drängte. Irgendwie musste er sich endlich aufraffen -  um keinen Ärger zu bekommen und um den Dingen zu harren, die ihm heute noch bevorstanden. Mit resignierter Mine und einem schleppenden Schritt ging Herr P. zurück zu seinem Auto.
 
 „Aber eigentlich müsste das alles doch irgendwie auch ANDERS gehen“….dachte Herr P. während dessen still bei sich. 
 
PS: Ohne es bewusst wahrgenommen zu haben hatte sich an diesem Nachmittag im Park ein neues Empfinden mit außergewöhnlichen Konsequenzen in Herrn P. niedergelassen.

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